Für unseren ersten vollen Tag in Luxor hatten wir uns gleich mal ein Mammutprogramm aufgeladen. Uns war es schon vorher klar, dass es dank der Fülle an Top-Sehenswürdigkeiten schwer werden würde, das alles in 3 Tage Luxor reinzupacken. Deshalb war unsere Idee für den ersten Tag selbst für unsere Verhältnisse ambitioniert:
Grob zusammengefasst haben wir heute an 6 verschiedenen Standorten 15 Gräber und 3 Tempel besichtigt. Das war auch genauso überwältigend, wie es sich anhört ;-). Ganz ehrlich hat sich das wirklich gelohnt und selbst das letzte Grabmal war noch einmal ein richtiges Highlight!
Tal der Könige
Nachdem wir unsere Unterkunft überzeugt hatten, dass wir wirklich so ein verrücktes Programm haben und deshalb bei Sonnenaufgang einen Guide und Fahrer brauchen, ging es wirklich um 06:30 ohne Frühstück mit einem deutschen Guide auf die Piste raus zum Tal der Könige. Unterwegs noch ein Zwischenstopp bei den Kolossen von Memnos – da gibt es zwar nicht viel zu bestaunen, aber der Guide kann einem viele tolle Dinge über die Geschichte Ägyptens erzählen.
Danach ging es auch schon weiter zu dem touristischen Highlight der Westseite von Luxor – dem Tal der Könige. Kurz zur Erklärung – hier wurden 62 Gräber von Pharaonen entdeckt und 3 von ca. 9 sind im Standard-Eintrittsticket enthalten. Sprich irgendwann muss man sich für 3 Gräber entscheiden. Um es noch etwas komplexer zu machen, gibt es darüber hinaus 3 weitere besonders schöne Gräber, für die man noch einmal extra bezahlen muss. Wenn man also alle 6 Optionen auswählt, kann man schon einmal eine runde Summe an Geld rüberreichen 😉
Was ist uns hier besonders aufgefallen. Erst einmal waren hier doch jede Menge Touristen, und an manchen Eingänge herrschte schon dichtes Gedränge. Als zweites ist uns aufgefallen, dass es sehr heiß in den Gräbern ist. Am Morgen war es in Luxor ja gerade mal 10 Grad und in den Gräbern kam man schon richtig ins Schwitzen! Vor allem weil die meisten Gräber erst einmal steile Treppen und lange Gänge im Angebot haben bevor man zum Allerheiligsten kommt. Aber die meisten Gänge sind an sich schon interessant mit vielen Geschichten aus dem Leben des Toten und seinem Verhältnis zu den Göttern.
Kommen wir aber zu unserem Eindruck. Die 6 Gräber, die wir besucht haben, waren alle wirklich großartig. Selbst die wirklich heftige Summe für das Extragrab von Seti I hat sich gelohnt. Ich will hier gar nicht ins Detail gehen, weil es jede Dimension sprengen würde – aber die Reliefs, Bilder und Farben waren wirklich atemberaubend. Wir haben hier sehr viel über die altägyptische Götterwelt gelernt und können einige davon jetzt auch auf Anhieb erkennen 😉
Ein Grab will ich doch noch gesondert erwähnen – das Grab von Ramses VI. Hier findet man viele Abbildungen, die auch in jedem Horrorfilm vorkommen könnten. Hier wird drastisch gezeigt, wie die Kriegsgefangenen, die die Kammern in den Fels gehauen hatten geköpft wurden, um das Geheimnis des Grabes nicht zu verraten – da sieht man sogar noch das Blut spritzen. Gruselig aber eindrücklich!
Hatschepsut-Tempel und Tal der Königinnen
Unsere nächsten zwei Anlaufstellen, war zum Ersten der auch sehr bekannte Terrassentempel der Pharaonin Hatschepsut, die als eine der wenigen Frauen über ganz Ägypten geherrscht hat. Hier gab es wieder sehr viele Touristen, weil dieser Tempel auch bei jeder Nilkreuzfahrt im Programm ist. Im Vergleich zu den anderen Erlebnissen an diesem Tag war der Tempel zwar interessant, aber sagen wir mal nicht das ganz große Highlight 😉 Vielleicht auch deswegen, weil ihr Stiefsohn und Nachfolger nach ihrem Tod große Teile des Tempels zerstören ließ, um nicht im Schatten der Stiefmama zu stehen.
Von da aus ging es weiter ins Tal der Königinnen, wo weitere 3 Gräber auf uns warteten, die wir besichtigen konnten. Hier lassen die Touristenströme deutlich nach. Vielleicht auch deshalb, weil das schönste der Gräber seit Jahren geschlossen ist und man seine Pracht nur online bestaunen kann. Aber auch die anderen Gräber hatten alle ihren eigenen Charme und wieder gab es sehr viele interessante Dinge zu entdecken und zu betrachten. Sehr schön waren vor allem die leuchtend blauen Köpfe der verschiedenen Gottheiten.
Habu Tempel
Als nächstes stand mein persönliches Highlight auf der Tagesordnung – der Habu Tempel. Eine großartige Tempelanlage mit schönen bauchigen Säulen, bunten Reliefs und Fresken, wo die Farbe die letzten paar tausend Jahre locker überstanden hat. An jeder Wand gab es tausende Geschichten zu entdecken. Vor allem ging es über die Kriege des Pharaos und wie er seine Feinde vom Streitwagen aus besiegte.
Hier lernten wir auch wieder, dass jeder ägyptische Tempel aus 3 Teilen besteht: Vorhof, Säulenhalle und das Allerheiligste. Die Anlage ist recht ausgedehnt und wir nahmen uns die Zeit, hier wirklich gründlich alles zu betrachten. Zum Glück war die Temperatur um die Mittagszeit doch nur 20 Grad, so dass man es selbst in der Sonne recht gut aushalten konnte.
Deir-el Medina und die Gräber der Noblen
Zum Abschluss besuchten wir noch 6 Gräber und einen Tempel in diesem eher wenig besuchten Teil auf der Westseite des Nils. Für die wenigen, die sich hierher verirren, gibt es sehr interessante Gräber, die aber deutlich schwieriger zu erreichen sind, die Treppen werden enger , die Gänge niedriger – manche davon eher zum kriechen als zum laufen, und an manchen Orten sollte man die eigene Taschenlampe dabei haben 😉 Aber was soll ich sagen – am Ende jedes kleinen Abenteuers wartete wieder eine faszinierende Grabkammer und wieder neue Darstellungen, die wir vorher noch nicht gesehen hatten. Vor allem im letzten Grab waren die Decken so einzigartig, dass sich der steile Anstieg den Berg hinauf mehr als gelohnt hat. Hier tummeln sich Weinreben an der Decke, oder Zackenmuster, Schachbretter oder andere geometrische Figuren. Ganz anders als die sonst üblichen Sternendarstellungen in den anderen Gräbern. Lustig war auch ein anderes Grab, in dem man jede Menge exotische Tiere wie Giraffen und Elefanten entdecken konnte.
Wir haben heute gefühlt 1000 Bilder gemacht und unsere Auswahl hier kann dem Original kaum gerecht werden. Also wir waren wirklich begeistert und wir können alles, was wir heute erlebt haben, auf jeden Fall empfehlen – na ja, man kann es auch vielleicht auf 2 Tage aufteilen. Aber morgen geht es bei uns ja auch schon auf der Westseite weiter. Für diesen Tag nehmen wir uns nicht ganz so viel vor 😉 . Dafür startet der Tag zum wiederholten Mal sehr früh, da wir uns zum Sonnenaufgang erst einmal in die Luft erheben!

























































Hallo Frühaufsteher, ihr seid so früh unterwegs, weil ihr euer Programm erledigen wollt. Reisegesellschaften, die in der heißen Jahreszeit dort unterwegs sind, scheuchen ihre Fahrgäste sehr früh aus den Betten, dass sie schon um 6,00 Uhr an den Eingängen der Tempel oder Gräber stehen , die besichtigt werden sollen. Wohlgemerkt alle haben dann schon gefrühstückt. Natürlich gibt es immer Menschen die meckern. Darauf antwortete der Guide: Leute, ihr habt hier keinen Erholungsurlaub gebucht!
Ihr habt wunderschöne Bilder gemacht und man kann nur staunen über die vielen Malereien, die überall vorhanden sind. Man ist erstaunt und sprachlos über die Vielfalt und Menge der Abbildungen. Es ist richtig, Bilder können die Originale nicht ersetzen. Man muss es gesehen haben!!
Herzliche Grüße von ehemaligen Tempel- und Gräberbesuchern.