Nachdem wir gestern den Sambesi vom Schiff aus erkundet haben, wurde es heute Zeit, uns die Hauptattraktion der Region anzuschauen – die Viktoriafälle. Natürlich gibt es hier verschiedene Möglichkeiten, die Fälle zu erkunden und wie ihr uns kennt haben wir uns natürlich für die etwas komplizierte Variante entschieden 😉
Ein klein wenig Hintergrundwissen
Die Viktoriafälle liegen genau auf der Grenze von Zimbabwe und Zambia. Hier teilt sich der Sambesi River (übrigens der viertlängste Fluß Afrikas nach Nil, Kongo und Niger) in den Ober- und Unterlauf. Auf gut 2500km durchquert der Sambesi 8 Länder und mündet in den indischen Ozean. Außerdem verändern sich die Fälle über die Zeit und alle paar Tausend Jahre verlegen sich die Fälle um einige Meter. Natürlich ist diese Grenzziehung wie auch in anderen kolonialisierten Regionen völlig willkürlich. Die britische Krone übertrug hier Anfang des 20.Jh die Landrechte an die Rhodes Minengesellschaft, die hier in Nordrhodesien (Zambia) und Südrhodesien die Bodenschätze (Kupfer) ausbeutete. Erst nach langem Freiheitskampf konnte sich Rhodesien in den 80erJahren von der Macht der weißen Großgrundbesitzer befreien.
So, aber nun zurück zu den Fällen. Livingstone war der erste Europäer, der die Viktoriafälle erreichte und für die britische Krone in Besitz nahm. Deshalb stehen auch überall Statuen von ihm in der Landschaft, wie er festentschlossen in die Ferne starrt, um die Einmaligkeit des Augenblicks festzuhalten.

Victoria Falls – Teil I Zambia
Wir hatten eine Tour gebucht um beide Seiten der Fälle zu sehen. Das bedeutet natürlich einen Grenzübertritt nach Zambia. Das war den beiden anderen Touristen in unserem Bus entfallen – deshalb mussten wir noch mal zurück und Pässe holen. Das war wieder so ein Moment, wo man sich nur wundern kann! Natürlich kann einen der Fahrer nur zur Grenze bringen, denn nach den ersten beiden Stempeln wird man in die Obhut des zambesischen Fahrers übergeben, der einen wenige hundert Meter weiter zum Eingang des Parks fährt. Mit 20$ Eintritt ist diese Seite schon fast ein Schnäppchen.
Hier ist es auch ein bisschen ruhiger, weil es trotz allem deutlich weniger zu sehen gibt – vor allem in der Trockenzeit sind viele Teile der Fälle ausgetrocknet. Trotzdem bekommt man einen großartigen Eindruck von den Naturgewalten des Sambesi Rivers und genießt die Ruhe und die Landschaft.
Victoria Falls Bridge
Nach einer Stunde und zwei weiteren Stempeln geht es zurück über die berühmte Victoria Falls Brücke, die in den letzten 125 Jahren arg gelitten hat. 1904, als sie gebaut wurde, war sie die höchste Brücke der Welt und sollte hier eine Eisenbahnverbindung von Kapstadt nach Kairo schaffen. Das wurde aber nie realisiert. Die Brücke wurde auch gar nicht hier, sondern in England gebaut und danach in Einzelteilen – die eine Hälfte links und die andere rechts – hier hingekarrt und wieder zusammmengesetzt. Heute rumpeln hier der Schwerlastverkehr und die Touristenbusse über die völlig überforderte Konstruktion, die dringend ein Update braucht. Ein ikonisches Bauwerk, ja, aber dringend sanierungsbedürftig.
Victoria Falls – Teil II Zimbabwe
Nach der Grenze wird man wieder von einem neuen Fahrer in Empfang genommen, der einen wieder nur wenige Meter bis zum Eingang auf dieser Seite bringt. Dass hier die Hauptattraktion liegt merkt man auch am Preis. Für ausländische Touristen sind dann sofort 58$ pro Person angesagt – stolzer Preis! Es bleibt zu hoffen, dass zumindest ein Teil hier in der Community ankommt
Auch hier hatten wir wieder einen Guide nur für uns beide. Die junge Dame begleitete uns 2h Stunden von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt durch Sonnenschein und Sprühnebel und machte das Erlebnis mit ihrer fröhlichen Art zu einem tollen Erlebnis. Auf einem knapp 3,5km langen Rundkurs sieht man die verschieden Teile der Fälle. Zuerst den Devil’s Cataract, dann die Hauptfälle, danach Horseshoe und Rainbow Fall bis man zum Danger Point kommt, von dem man den langen Canyon der zambesischen Seite sieht. Trotz der Trockenzeit hat der Fluss noch genug Kraft, einen an den Hauptfällen ordentlich in Sprühnebel zu tauchen, so dass sich die Regenponchos auf jeden Fall lohnen. Die ganze Strecke mit ihren vielen Aussichtspunkten ist ein einmaliges Erlebnis. Die Victoriafälle gehören auf jeden Fall zu den größten Naturwundern der Erde und ein Abstecher hierher lohnt sich auf auf jeden Fall.
Victoria Falls – die Stadt
Zum Schluss verbrachten wir noch 2h in der Stadt Victoria Falls selber – für Lunch, Kaffee und Einkauf. Man hat schon den Eindruck, als wäre die kleine Hauptstraße nur für die Touristen zusammengewürfelt worden. Touranbieter, Souvenirläden und ein paar Restaurants. Nicht schön, aber funktional. Hier im Ort regiert der Dollar – alle Preise, auch im Supermarkt, sind in Dollar ausgezeichnet. Billig ist es ansonsten auch nicht – wie gesagt das Ganze ist halt durch und durch touristisch – aber lohnend
So, nachdem wir in den ersten beiden Tagen Afrika schon in 3 Ländern waren, geht es morgen schon in Land 4: Botswana. Gerade mal 100km entfernt wartet der Chobe National Park mit seiner einzigartigen Tierwelt.




















