Heute hatten wir also unsere große Wanderung entlang der Nordküste geplant. Der Abschnitt, den wir ausgesucht hatten, gehört zu den schönsten im Norden der Insel, ist aber auch etwas anspruchsvoller, weil es wirklich ständig rauf und runter geht – mal direkt, mal in Serpentinen oder gleich als Treppe – alles im Angebot.
Küstenlandschaften
Aber der Reihe nach. In Theorie hatten wir wie in Guernsey ursprünglich gedacht, wir machen die Wanderung in eine Richtung und fahren wieder mit dem Bus zurück. Tja – Theorie, und mal wieder die dazugehörige Praxis – es gibt keinen Ringbus – sondern alle Ecken der Insel werden mehr oder weniger sternförmig direkt aus der Hauptstadt angefahren – sprich wenn ich die 10+ Kilometer zurück zum Ausgangspunkt will muss ich erst mal einen Bus nach St.Helier nehmen – dort umsteigen und mit einem anderen Bus zur anderen Stelle zurückkehren – das würde Stunden dauern. Also haben wir uns für eine Art Rundkurs entschieden, der in die eine Richtung den unteren Klippenweg und zurück den oberen nutzt.
Genug der Theorie und rein ins Geschehen – die Wanderung ist traumhaft. Man wandert fast immer direkt oberhalb des Meers durch Heidekraut, Ginsterbüsche und jede Menge Farnwälder. An manchen Stellen ist der Farn so hoch, dass man gar nicht mehr drüberschauen kann. Ständig gibt es großartige Nah und Fernblicke. Heute konnte man ohne Probleme die anderen Kanalinseln sehen und sogar Frankreich in der Ferne.
Mad Mary
Unser Etappenziel war Bouley Bay, wo wir uns im Mad Mary´s Cafe mit Energie versorgten und Mad Mary selbst in Aktion erleben durften. Sie führt hier mit Herz und Schnauze einen kleinen Imbiss, der Wanderer und Badegäste mit den nötigsten Dingen versorgt – in unserem Fall Pommes und Halloumi Burger. So gestärkt ging es durch die Hitze der Ginsterbüsche auf verschlungenen Pfaden zurück zu unserem Ausgangspunkt – zu unserer Überraschung war der Rückweg genauso aussichtsreich wie der Hinweg – also Jersey ist auf jeden Fall eine Wanderung wert!
Puffins
Wie gestern schon angekündigt standen noch 2 Puffins auf unserem Besichtigungsprogramm. Im Nordwesten der Insel oberhalb von Plemont Beach hat ein Künstler 2 riesige Puffins aus Stahl und Weiden gefertigt – die ganz in sich versunken sind. Zum Glück sind die sie zu zweit – weil irgendwie wirken sie etwas verloren so ganz alleine weit weg vom Trubel, und auch das Meer ist doch einige Meter weit weg. Für uns eine der stillen Attraktionen, die von den Touristen eher selten entdeckt werden – also falls ihr nach Jersey kommt, besucht die beiden – Sie freuen sich bestimmt!
Anschließend gönnten wir uns im Beach Café noch einen Scone und Kaffee und betrachteten das bunte Treiben am Sandstrand unter uns!
Burgruinen und Meeresrauschen
Nachdem wir uns zu Hause wieder stadtfein gemacht hatten, machten wir uns am späten Nachmittag auf den Weg zur Westküste. Wie angekündigt besuchten wir zuerst die Ruinen einer Burg aus dem 14.Jh. Außer einem Fragment des Torturms ist leider nicht mehr viel übrig, aber die Stimmung und die Aussicht über die Klippen aufs Meer machen diesen Ort zu einem interessanten Zwischenstopp.
Von hier aus ging es an den langen Stränden des Westens entlang Richtung Süden bis zu unserem heutigen Spot für Abendessen. Gestern Abend hatten wir ja das Glück, am Hafen von Bonne Nuit bei einem wirklich guten Thailänder mit authentischer Küche unser Abendessen zu genießen. Das war schon ein faszinierender Ort, wenn die kleine Strandbar ein so feines authentisches Restaurant beherbergt – auf jeden Fall eine Empfehlung wert.
Heute Abend waren wir nach einem Tipp von unseren Hosts bei einem lokalen Hotspot – El Tico liegt traumhaft mit Blick auf den Sonnenuntergang und die Surfer, die hier das Wellenreiten ausprobieren. Der Laden ist voll und man muss auf einen Tisch ein paar Minuten warten – aber der Vibe ist völlig entspannt und nach und nach versammeln sich Dutzende Menschen rund um die Cantina um bei Wein und Bier den Sonnenuntergang zu beobachten. Das Essen ist ein Streifzug durch Mexiko, Sri Lanka und die lokale Küche – wo die verschiedenen Köche halt herkommen – auch wenn sich das Konzept beim Essen etwas wild anhört, ist das Essen vorzüglich und sowohl das mexikanische als auch das sri lankanische Essen bringen genug Würze und Geschmack mit, dass es vorzüglich schmeckt.
Wir genossen die friedliche Stimmung am Meer und freuten uns darüber, dass es trotz der vielen Menschen, Kinder und Hunde angenehm ruhig war – alle freuten sich einfach an der schönen Aussicht, ohne Musik und Geschrei.
So, der Worte sind genug verwendet – morgen steht eine Safari und High Tea auf dem Programm – wahrscheinlich noch ein bisschen Bewegung und ein Leuchtturm – seid gespannt!



























