Vorab zur Info – wir sind heute in einem Camp in Eswatini, in dem es keinen Strom gibt aber ganz ganz schwaches W-Lan (interessante Kombination). Bedeutet für uns aber, dass auch heute nur ein Beitrag mit wenig oder keinen Bildern geteilt werden kann. Das wird viel Nacharbeit in Deutschland ab kommender Woche!
Zurück zum heutigen Tag – in der Zwischenzeit hat das Wetter komplett umgeschlagen und wir fahren im Dauerregen raus aus dem Krüger Nationalpark – zum Abschluss wurden uns kurz vorm Gate noch 2 Löwen zum Abschied geschenkt äh ich meine wir durften noch 2 Löwen in freier Wildbahn erleben.
Unser nächstes Ziel: Eswatini! Neues Land – neue Abenteuer! Erst einmal Grenzerfahrungen mit Mietwagen. Grenzen in Afrika überqueren ist eine neue Herausforderung für uns. Zum Glück war die Grenze an dieser äußersten Ecke der beiden Länder sehr verschlafen, so dass wir verwirrte Touristen liebevoll aber bestimmt durch den gesamten Prozess durchgelotst wurden. Keine halbe Stunde später und wir fuhren über freie Straßen in Richtung Hlane Royal National Park – Eswatini ist ein Königreich!
Warum wollten wir unbedingt noch ein Land bereisen, hat das bisher nicht gereicht? Nein, natürlich nicht, denn dieser Park ist berühmt für seine Nashornpopulation, und meistens kann man die Tiere sogar vom Restaurant aus am Wasserloch trinken sehen. Wir dachten aber, ein bisschen mehr Abenteuer muss schon sein – also haben wir kurzerhand einen Rhino Drive and Walk gebucht, um den grauen Riesen noch näher zu kommen – wie nah, war uns da noch gar nicht bewusst 😉
Unser Guide Derek erklärte uns, dass die Nashörner im Regen schwerer zu finden sind, da sie aktiver und mehr zum fressen unterwegs sind, weil sie sich nicht vor der Sonne verstecken müssen – Nachteil: der Regen macht die Haut der Dickhäuter weicher und dadurch anfälliger für Zecken. Deshalb sind die Nashörner auch deutlich genervter als sonst!
Kaum waren wir ein paar Meter in den Park gefahren, hat Derek Spuren eines Rhino entdeckt und dann hieß es also raus aus dem Wagen und den Spuren des Tieres folgen (3 Touristen und ein Guide). Am Ende der Spuren fanden wir eine mürrische Nashorndame, die nur mäßig begeistert von unserer Anwesenheit war und nachdem sie mit Drohgebärden nicht so recht weiterkam, rückte sie uns schon etwas auf die Pelle – aber Derek hatte die Situation immer im Griff und so zog sie weiter, ohne uns eines Blickes zu würdigen. Irgendwie war sie immer noch unglücklich mit unserer Anwesenheit und 20 Minuten später (wir waren längst mit dem Auto weitergezuckelt) tauchte sie hinter uns auf und folgte uns den ganzen Weg entlang. Irgendwann bog sie dann doch ab. Aber alles ein sehr intensives Erlebnis.
Das war aber noch nicht alles – wenige Meter weiter entdeckten wir noch 2 Tiere – dieses Mal zum Glück vom Wagen aus und nicht zu Fuß. Die beiden entschieden sich, uns den Rückweg abzuschneiden und mitten auf dem Weg ein Schlammbad zu nehmen. Es war schon faszinierend zuzuschauen, wie die eine sich genüsslich im Schlamm wälzte. Nachdem wir sie überzeugten hatten, dass wir doch irgendwann nach Hause wollen, tauchte auf einmal Nashorndame Nummer 1 wieder auf – sie war gut zu erkennen, weil sie ein Floppy Ear hatte! Die drei standen dicht beisammen und schmiedeten finstere Pläne, uns wieder loszuwerden – also trollten wir uns wieder ins Camp – wo uns heute Abend ein Abend bei Petroleumlampen in unserer privaten Villa erwartet.
Noch einmal zur Klarstellung – den Nashörnern hier geht es wunderbar. Es ist einer der letzten Rückzugsorte, wo sie vor Wilderern geschützt werden. Deshalb haben sie hier auch so gut überlebt. Nur wenige Touristen kommen hierher. Eswatini liegt so weit weg von den üblichen Wegen und das Camp ist die einzige Möglichkeit, hier die Tiere zu erleben. Wir haben die Tiere auch nicht gejagt oder uns sonst wie aggressiv verhalten – vielmehr sind wir nur eine unbedeutende Randnotiz im Leben des Nashorns.
Auf der anderen Seite war es für uns ein Erlebnis, das uns noch lange begleiten wird!