24h All Inclusive erleben

24h All Inclusive erleben

Nachdem wir die letzten 10 Tagen Ägypten hautnah erlebt haben, steht an unserem letzten Tag eine für uns ungewohntes Erfahrung an – All Inclusive Urlaub in Hurghada. Da unser Heimflug von Hurghada geht, mussten wir ja erst mal wieder zurück ans Rote Meer. Und da es keine direkte Umsteigmöglichkeit gab dachten wir uns, gönnen wir uns doch mal 24h Entspannung hier in einem Resort am Meer.

Transfergedanken

Natürlich mussten wir heute morgen erst einmal zum Flughafen in Kairo kommen. Wir hatten unseren Transfer über das Hotel gebucht, das bedeutet teurer, aber in der Regel wenigstens klar geregelt. Leider hatten wir dieses Mal in der Fahrerlotterie jemanden gewonnen, der sich im täglichen Überlebenskampf es Kairoer Verkehrs so gar nicht wohl fühlte.

Außerdem muss ich noch über ein Phänomen bei solchen Taxifahrten reden. Fast jedesmal bei längeren Transfers muss der Fahrer erst einmal zum Tanken fahren. Obwohl der Transfer ja am Tag vorher gebucht ist und alle Bescheid wissen, wann wir am Flughafen sein wollen, fährt der Chauffeuer erst einmal zum Tanken – und in unserem heutigen Fall war seine Lieblingstankstelle geschlossen und er musste erst einmal eine neue suchen. So verloren wir erst einmal eine halbe Stunde, bevor wir überhaupt mit den Staufallen auf der Kairoer Stadtautobahn in Berührung kamen.

Und in jedem Stau bewiess unser Fahrer ein unschlagbares Gefühl dafür, immer im falschen Moment die Spur zu wechseln – und so wurde es später und später statt der üblichen guten Stunde (Stau eingerechnet) brauchten wir auf einmal über 90 Minuten für die 30km.

Am Flughafen selber herrschte völliges Chaos bei der Anfahrt, so dass wir gar nicht ans Terminal fahren konnten sondern auf dem Parkplatz aus dem Auto sprangen und Richtung Terminal liefen. Auch im Terminal herrschte Jahrmarktstimmung und wir sahen erst einmal nur riesige Schlangen vor der Sicherheitskontrolle. Zum Glück war das nur für den internationalen Bereich – im Inlandsbereich herrschte dagegen herrliche Ruhe – das liegt wahrscheinlich daran, dass es sowieso nur eine Handvoll Inlandsfüge in Ägypten gibt. Das ist sowieso sehr interessant in Ägypten, dass es nur in Inlandsflüge zwischen Kairo und X gibt. Von Hurghada kann man zum Beispiel nicht direkt nach Luxor oder Aswan fliegen – diese Orte fliegen alle nur nach Kairo. Auf der Abflugtafel für die Inlandsflüge in Hurghada steht wirklich nur Kairo.

All Inclusive – Gedanken

Wir hatten uns für die 24h ein Hotel gesucht, das nur wenige Meter vom Flughafen entfernt ist. Das Siva Grand Beach Hotel ist ein bei Pauschalurlaubern beliebtes Resort – kann aber auch für eine Nacht über Booking.com gebucht werden.

Nachdem wir jetzt hier den Nachmittag verbracht haben kann ich nur sagen, dass unser Eindruck sehr positiv ist. Der Empfang war sehr freundlich, sehr zuvorkommend und höflich. Obwohl wir zu früh da waren wurden wir ohne Problem gleich zum Mittagessen geschickt und auch unser Zimmer wurde upgegradet. Das Essen ist reichhaltig, hat eine ausreichende Auswahl und schmecken tut es auch, was will man mehr 😉

Wir haben ein angenehmes Zimmer mit ein bisschen Meerblick. Das einzige Manko, und ein Punkt, den ich so gar nicht verstehen kann ist, dass es kein W-Lan in den Zimmern gibt. Für uns kein Problem, weil wir auf unserer E-sim noch genug Datenvolumen haben – aber jetzt mal ernsthaft – das ist absolut nicht mehr zeitgemäß!

Ansonsten ist es mit 22 Grad fast zu kalt zum Baden, vor allem weil es Abends auch recht schnell kühl wird. Aber für ein paar Schritte im roten Meer reicht es auf jeden Fall!

Insgesamt ist das für uns ein kleiner Luxus, aber für eine Woche hier im goldenen Käfig zu sitzen wäre uns dann doch zu eintönig!

Ägypten – Abschlussgedanken

In unserem Urlaub hat alles so funktioniert, wie wir es uns vorgestellt haben. Wir haben alle archäologischen Stätten, die wir auf dem Plan hatten, gesehen und auch das GEM am Schluss zu machen war die richtige Entscheidung.

Natürlich hatten wir jeden Tag mit Mikromanagement und Verkäufern zu tun, aber insgesamt war es in den meisten Fällen nicht so schlimm, wie es in manchen Foren beschrieben wurde. Vor allem an den Pyramiden war der Versuch, uns irgendwelche Kamele aufzuschwatzen, fast schon dezent. Was uns mehr überrascht hat war die Anzahl von Selfie-Anfragen, egal ob Schulklasse oder Koreanerinnen – alle hatten Bock darauf, mit uns Selfies zu machen – das war an der einen oder anderen Stelle etwas befremdlich. Die netteste Begegnung hierzu hatte ich im Nubischen Museum, wo ein Klasse mit jungen Menschen, die etwas gehandicapped sind, mit uns im Museum war. Ein junger Mann kam auf mich zu, stellte sich mit Handschlag vor – machte sein Selfie – bedankte sich mit Handschlag und weg war er. Irgendwie rührend!

Das wahrscheinlich Anstrengendste in diesem Urlaub ist einerseits der Lärm. Es gab kaum Ruhepunkte – irgend etwas ist immer – egal ob es hupt, kräht, kreischt, singt oder zum Gebet ruft. Ich weiß ja, dass im Islam 5 Mal gebetet wird, aber in Ägypten fühlt sich das eher nach der doppelten Anzahl an. An einem Morgen dauerte der Ruf zum Gebet ungelogen von 05:00 Uhr -bis 05:30Uhr. Bis die letzte der 1001 Moscheen irgendwie Bescheid gegeben hat. Wie ruhig war hier dagegen Tajikistan – die haben auf Digital umgestellt und der Muezzin ruft gar nicht mehr – vielmehr wird der Gläubige per Whats App informiert, dass er gefälligst in die Moschee soll!

Das zweite, dass herausfordernd ist, ist die Menge an Müll, Staub und Schutt. Ich kenne ja aus der Türkei, dass die Hälfte der Häuser halbfertig sein können – hier wirkt aber alles noch baufälliger, dreckiger und etwas heruntergekommener als anderswo. Man kann nur hoffen, dass sie in naher Zukunft den Plastikmüll und sonstigen Unrat etwas in den Griff bekommen – denn ansonsten ist es ein großartiges Land.

Gedanken zur Empfehlung

Muss man Ägypten gesehen haben? Darauf gibt es nur eine Antwort – ja! Jeder, der sich für Geschichte interessiert, sollte hier gewesen sein. Ägypten ist wirklich eine der ältesten Zivilisationen der Welt und die Pyramiden, die Tempel und Gräber sind einmalig und zurecht Sehenswürdigkeiten von Weltruf – dafür lohnt es sich, den Staub und den Lärm in Kauf zu nehmen. Ich würde nur empfehlen, im Winter zu gehen – wenn dann auch noch Hitze dazukommt, kann es vielleicht doch zu viel sein!

One thought on “24h All Inclusive erleben

  1. Hallo All Inclusive Reisende,
    wenn man aus der turbulenten Welt Ägyptens, die ihr ja in vielen Variationen erlebt habt, in ein All Inclusive Hotel kommt, genießt man erst einmal die Ruhe. Man wird vom Lärm, Staub und den vielen Kamelanbietern geschützt und kann sich in wohltemperierten Räumen aufhalten. Es ist eine Art Erholung. Außerdem kann man noch im Roten Meer, das übrigens blau ist, ein bisschen planschen.
    Als Vorbereitung auf den Flug und das Wiedersehen mit dem schneeigen Deutschland, find ich dieses Hotel ist der gelungene Abschluss eures Ägyptenurlaubs!
    Herzliche Grüße aus Neuenstadt

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