Chobe – auf der Suche nach den Löwen

Chobe – auf der Suche nach den Löwen

Heute also unser letzter Tag in Kasane / Chobe / Botswana. Wie schon gestern hatten wir einen Morning Game Drive gebucht. Natürlich war uns bewußt, dass jede Safari anders sein wird als die davor, aber wie groß der Unterschied zu gestern war, war schon beeindruckend. Unsere Gruppe bestand außer uns noch aus 2 jungen Frauen respektive aus Sambia und Botswana, die eine still, die andere am Anfang lautstark am Handy – zum Glück legte sich das aber nach der ersten Stunde ;-). Dazu kam noch ein älteres Ehepaar aus Österreich, die 5000km mit Mietwagen durch Namibia unterwegs waren. Da sie gestern nix mit dem eigenen Auto gespottet hatten, probierten sie es heute mit professioneller Hilfe! Von meiner Seite aus fand ich es spannend, dass man 3 Wochen lang in Ländern unterwegs ist, in denen man sehr viel Zeit mit Safari verbringt und dann nur 2 alte Handys zum fotografieren dabei hat – ungewöhnlich, wenn man sieht, was andere Menschen an Equipment mit sich herumschleppen.

Unsere gestrige Safari war eher wie ein Schmetterling – man taumelt gemütlich von Sichtung zu Sichtung, alles ohne Hektik ohne Stress, verweilt dann noch bei einer Tasse Tee bevor man entspannt wieder nach Hause fährt. Heute dagegen war es eher hektisch wie ein Falke, der gezielt vom Himmel stößt.
Was war passiert – unsere Österreicher hatten erwähnt, dass sie noch nie Löwen gesehen hatten – das sah unser Guide als Challenge. Es ging tief hinein in den Park in teilweise halsbrecherischer Fahrt. Ohne Rücksicht auf Mensch und Material – und oh Wunder, am Ende des Dramas fanden wir ein Dutzend andere Fahrzeuge und eine ganze Löwenfamilie. Am Anfang schienen sie die Touristen wenig zu stören – aber dann beschloss ein Teil der Damen, mit ihren Jungtieren umzuziehen – und zwar auf die andere Seite von den mit Touristen gefüllten offenen Pick Ups. Das ist schon ein anderes Gefühl, wenn so ein Löwe direkt auf einen zuläuft, um dann hinter dem Auto die Straße zu überqueren. Sicherheitsprotokoll in solchen Fällen – nicht bewegen. Aber Löwe und Mensch mit weniger als 2m Abstand ohne Scheibe ist ein intensives Erlebnis. Ein unheimlich beeindruckendes Naturschauspiel, das so beobachten zu können.

Nachdem wir das Löwenabenteuer überlebt hatten, ging es genauso halsbrecherisch zurück zu unserem zweiten Highlight. Eine große Elefantenherde auf dem Weg zum Fluss, um dort zu trinken und zu baden! Auch hier wieder ein wirklich schönes Naturschauspiel, diese grauen Riesen in den Wellen spielen zu sehen.

Jetzt hätte ich vor lauter Begeisterung fast vergessen auch die anderen Tiere, die wir unterwegs noch gesehen haben zu erwähnen. Natürlich unsere Geier, Fischadler und Guinea Fowls – dann eine Prachtgiraffe, ein Goldschakal und eine Bande Affen. Darüber hinaus natürlich die unzähligen Impala Antilopen, die wir in so großer Zahl noch nicht gesehen hatten. Zum Schluss von Ferne Büffel und Flußpferde und noch ein winziges Eckchen von einem lokalen Eichhörnchen!

Nach so viel Aufregung dachte sich das Schicksal, am Nachmittag brauchen die beiden ein bisschen Ruhe und Entspannung. Um uns von sinnvollen Tätigkeiten, wie waschen, packen, schreiben, Zollerklärung machen oder für unseren Flug einzuchecken abzuhalten, wurde uns kurzerhand der Strom abgestellt für fast 7h. Auch hier wieder – was war passiert? Scheinbar bezieht diese äußerste Ecke Botswana seinen Strom aus dem Nachbarland Sambia. Wenn die da drüben selber zu wenig haben oder sonstige Schwierigkeiten haben – dann stellen die den Strom für das Nachbarland ab. Keiner weiß dann, wie lang das so geht.

Jetzt haben wir wieder Strom, und nun müssen alle offenen Punkte schnell erledigt werden. Denn morgen geht es wieder zurück nach Johannesburg. Natürlich nicht von hier in Botswana – sondern vielmehr müssen wir erstmal wieder nach Zimbabwe einreisen mit neuem Visa on Arrival, bevor es dann von Victoria Fall mit dem Flieger nach Südafrika geht.

Wenn alles so klappt wie wir es uns vorstellen, werden wir dann unser Auto in Empfang nehmen und von dort die halbe Strecke bis zum Krüger Nationalpark fahren. Also Daumen drücken und bis morgen!

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