Kairo – Mutter der Welt oder gelebtes Chaos

Kairo – Mutter der Welt oder gelebtes Chaos

Für unseren heutigen Transfertag hatten wir uns zur Abwechslung nichts weiter vorgenommen. Nach Kairo fliegen und die jeweiligen Transfers zum und vom Flughafen war aus unserer Sicht auch wirklich genug´- vor allem auch, weil der Flughafen Kairos auf der falschen Seite der Stadt liegt und man sich erst einmal quer durch kämpfen muss 😉

Aswan International Airport

Wie toll es klingt, wenn man sich Internationaler Flughafen nennen kann – lustigerweise gibt es aber von hier nur 2 Verbindungen: ein paar Mal am Tag nach Kairo und ab und an nach Abu Simbel. Aus diesem Grund geht es hier auch sehr beschaulich zu, Die Handvoll Touristen verteilen sich bequem in der großzügigen Halle und die Preise sind auch nicht so wahnsinnig überteuert. Natürlich hatte unser Flieger Verspätung und so saßen wir recht entspannt und gemütlich bei Tee und Snacks, bis sich unser Flieger bequemte, aus Kairo einzuschweben.

Der kurze Flug war recht ereignisarm – interessant nur, dass es hier einen Apfelsaft zu trinken gab – auf unserem Flug von München gab es nur einen Schluck Wasser. Leider verloren wir wegen des schlechten Wetters in Kairo auch noch Zeit beim Landeanflug und so kamen wir mit einiger Verspätung in Kairo an.

Überlebenskampf Straßenverkehr

Zum Glück hat unser Fahrer auf uns gewartet und sich in das Getümmel der Großstadt geworfen. Die Fahrt ist schon anstrengend – selbst als Mitfahrer. Fast 40km quer durch eine der chaotischsten Städte der Welt dauert einfach seine Zeit und der Smog in der Luft machte das Erlebnis auch nicht angenehmer. Unser Fahrer kannte sich aber mit dem Verkehr sehr gut aus und steuerte uns sicher in einer guten Stunde zu unserem Guest House.

Wie schon gesagt war die Sicht heute Nachmittag sehr schlecht. Irgendwie eine Mischung aus Smog und Sandsturm. Trotzdem war die Hölle los auf den Straßen. Verkehrsregeln sind hier auch eher Vorschläge als harte Gesetze 😉

Pyramiden

Trotz des schlechten Wetters führte unser erster Weg im Hotel auf die Dachterrasse – und da standen die 3 großen Pyramiden zum Greifen nah – Wahnsinn! Eine wirklich magische Stimmung. Wir freuen uns schon darauf, sie morgen noch ein bisschen näher kennen zu lernen.

Ansonsten ist das Viertel, in dem die ganzen Guest Houses mit Pyramiden View stehen, schon eine sehr spezielle Mischung aus Dorfleben in der Großstadt und Touriangebotea. Irgendwie koexistiert hier alles miteinander. Die Preise sind deutlich höher als im Rest von Ägypten, aber wenn man die richtigen Läden findet kann man auch noch ein paar Süßigkeiten zum Schnäppchenpreis bekommen!

Eigene Gedanken zum täglichen Wahnsinn

Wir haben uns heute gefragt, was für uns die größte Herausforderung in diesem Urlaub ist – und uns ist aufgefallen, dass es definitiv das Mikromanagement ist. Auf der einen Seite bieten einem die Guest Houses einen guten Service, weil sie jede Art von Tour ohne Probleme organisieren können. Auf der anderen Seite passiert es sehr häufig, dass die Leute mit denen man am einen Tag etwas ausmacht am anderen Tag nicht mehr da sind und da wird dann hektisch telefoniert, um das gewünschte wieder umzusetzen. Das läuft aber meistens doch ganz anders ab als gedacht.

Hier gibt es keinerlei Verbindlichkeiten – alles ist Verhandlungssache! Dabei ist es egal, ob es im Verkehr darum geht auf welcher Seite, auf wievielen Spuren oder in welcher Geschwindigkeit gefahren wird, Auch jeder Handel ist erst einmal ein Vorschlag. Jede Tour bietet die Möglichkeit für einzigartige Abenteuer, egal ob man das wollte oder nicht!

Auch jedes Mal, wenn man auf der Straße angesprochen wird ist das ein Angebot für einen Handel, für ein Abenteuer oder einfach nur um soziale Kontakte zu pflegen. Wenn ich irgendwo in eine Straße einbiege gibt es vom Volk drum herum immer eine zusätzliche Anweisung – z.B. yes this is the right direction – dabei wissen die gar nicht wo ich hin will.

Natürlich sind die Ägypter auch sehr hilfsbereit. Sobald man kurz stehen bleibt, egal ob man was nachschauen will, sich neu orientieren möchte oder einfach nur den Tag geniesst – hat der durchschnittliche Ägypter Sorge, dass der Tourist verloren ist und deshalb Hilfe braucht. Und Hilfe bekommt man egal ob man will oder nicht. Hilfe kann auch bedeuten, dass der Tourist vielleicht dringend ein Boot, Kamel oder was auch immer kaufen will und der Einheimische ist da, um das gewünschte zu bieten.

Man gewöhnt sich daran, ständig im Mittelpunkt zu stehen, egal ob als potenzieller Käufer oder Selfie Lieferant. Aber ab und an wäre es schon schön, einfach inne halten zu können ohne einen Massenauflauf zu verursachen.

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