Touristenprogramm mit Besuch bei Shiva

Touristenprogramm mit Besuch bei Shiva

Heute haben wir uns die weiteren touristischen Attraktionen in den südlichen Bergen Mauritius‘ vorgenommen. Vor allem ging es hierbei um Geologie, Fauna, Wasserfälle, Ausblicke und das größte Hindu-Heiligtum des Landes.

Los ging der Tag zum wiederholten Male bei unseren kleinen französischen Bäckerei, die luftige Baguettes, herrliche Pain au Chocolat und Kaffee verkauft. Obwohl die Franzosen die Insel vor 200 Jahren verlassen haben, haben die Einwohner lieber das französische Savoir Vivre beibehalten, als die englische Küche zu adaptieren. Heute waren wir zusätzlich mit Salami und Käse ausgestattet, so dass wir mit einem guten Picknick in den Tag starten konnten.

Chamarel Seven Colored Earth Geopark

Unser erster Stop waren dieser kleine aber feine Geopark, der drei Highlights im Gepäck hat.

7 farbige Erden

Als erstes natürlich die siebenfarbigen Erden – eine geologische Anomalie, die hier durch Verwitterung und Erosion Dünen in vielen verschieden Farben geschaffen hat. Ob das jetzt 5, 7 oder 11 sind, ist dem Marketingklientel egal – seven colours hört sich einfach am besten an. Da wir früh da waren, hatten wir noch wenig Touristen und vor allem Sonne, den nur so entfalten die Dünen ihre ganze Leuchtkraft und wir konnten in Ruhe auf dem kleinen Rundweg immer neue Schattierungen und Farben entdecken. Was den Ort besonders macht, ist die Lage mitten im Urwald – ringsherum gibt es sattes grün bis hinauf zu den Bergen. Mit einer begrenzten Anzahl von Touristen auf jeden Fall eine wunderschönes Erlebnis.

Wasserfall

Das zweite Highlight ist ein 100m hoher Wasserfall, der spektakulär in eine Schlucht stürzt. Das kann man von zwei schönen Aussichtspunkten bestaunen – dauert aber auch nur wenige Minuten, um alle Selfies, Gruppenbilder und Naturerlebnisdokumentationen abzuschließen 😉

Riesenschildkröten

Und zum Schluss noch unser kleines, persönliches Highlight – Aldabra Riesenschildkröten. Diese größten und schwersten Schildkröten stammen ursprünglich vom Aldabra-Atoll in der Nähe der Seychellen. Bevor der Mensch Mauritius und andere unbewohnte Inseln entdeckte, waren Unterarten auch hier verbreitet. Aber der Mensch hat diese langsamen Fleischlieferanten innerhalb kürzester Zeit ausgerottet. Auf jeden Fall wurde hier ein Gehege mit Tieren aufgebaut, das auch als Zuchtstation dient.

Es war unheimlich schön, diesen langsamen Giganten beim Laufen, Fressen und Schlafen zuzuschauen. Alleine hierfür hätte sich der Weg hierher schon gelohnt.

Ganga Talao – Grand Bassin Hindu Tempel

Nach diesen naturkundlichen Erfahrungen wurde es Zeit für den kulturellen Teil des Tages. Nur wenige Kilometer und tausende Serpentinen weiter findet sich das wichtigste Hindu-Heiligtum von Mauritius. Wie schon erwähnt wurden im 19.Jh unzählige indische Arbeiter für die Zuckerrohrfelder angeworben, und diese haben natürlich auch ihren Glauben mit hierher gebracht – aus diesem Grund ist der Hinduismus in Mauritius bis heute die größte Religionsgemeinschaft.

Vor über 100 Jahren begannen die ersten Wallfahrten zu diesem Kratersee in den Bergen, der an die heiligen Wasser des Ganges erinnern soll. So wurde vor 100 Jahren hier ein Tempel für Shiva errichtet und seitdem ist es zum wichtigsten Anlaufpunkt aller Hindus in Mauritius geworden. Auf jeden Fall überzeugen sie hier auch mit Größe – direkt am höchsten Punkt steht eine 33m hohe Statue von Shiva – die größte Statue des Landes und wahrhaft beeindruckend.

Zu den Festtagen zu Ehren von Shiva im Februar oder März pilgern bis zu einer halben Million Hindus hierher, um zu opfern und zu beten. Die meisten starten die Pilgertour direkt zu Fuß an der eigenen Haustüre und wandern so in die Berge bis zu diesem heiligen See.

Auch an einem normalen Dienstagnachmittag waren jede Menge Gläubige vor Ort und haben hier Räucherkerzen angezündet, gebetet und verschiedene Rituale abgehalten – auch wir Touristen wurden mit einbezogen und mit Glückssymbolen auf der Stirn verziert.

Außerdem gab es auf dem Gelände noch jede Menge Viehzeug – vor allem Affen, die hier ganz entspannt von geklauten Opfergaben leben können – da haben es die Katzen doch schon etwas schwerer – die sind aber sehr geschickt darin, Fische aus dem heiligen See zu fangen. Sehr beeindruckend wie gut das klappt.

Wir hatten noch das Glück, einen weiteren Tempel etwas abseits zu entdecken, den wir ungestört besichtigen konnten und in dem unheimlich viele bildliche Darstellungen rund um den Weltenberg zu bestaunen waren.

Fernblicke

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir damit, verschiedene Aussichtspunkte anzusteuern und Wasserfälle, Schluchten, Küstenlinien und faszinierende Bäume zu entdecken. Vor allem an dem ersten Aussichtspunkt gab es eine sehr lauschige Picknick-Area inmitten von Paperbark Trees, die wir bisher nur aus Australien kannten. Eine unheimlich schöne, entspannte Stimmung. Dazu noch eine kleine Katzenbande, die die Tische professionell nach Futter anbettelten, Insgesamt eine sehr schöner Platz für einen kleinen Mittagssnack

Der zweite Aussichtspunkt beeindruckte mit Ausblicken über Urwald, die Schluchten des Black Rivers bis hinaus aufs Meer, dazu noch Affen, Papageien und sonstiges Fluggetier 😉

Zum Abschluss unser kleinen Tour hatten wir uns zum Afternoon Tea in eines der touristischeren Etablissements der Insel eingebucht. Von der Terasse hat man einen ungetrübten Blick bis zur Küste, vom Mons Le Brabant bis Tamarind. Deshalb werden hier auch die Touristen busladungsweise zum Lunch mit Ausblick hinaufgekarrt. Aber zum Afternoon Tea ist es fast schon unheimlich leer. Für uns gab es 5 verschiedene Gebäcke + Kaffee für gerade mal 10 Euro pro Person – an so einem touristischen Ort ein richtiges Schnäppchen – und der Ausblick spricht ja wohl für sich.

Ausklang und Ausblick

Heute ist unser letzter Tag in Flic en Flac, deshalb durfte auch heute das Feierabendbier mit Sonnenuntergang nicht fehlen – noch einmal mit allen zusammen die Sonne im Meer versinken sehen – ein schöner Abschluss für uns in einem Ort, den wir bedenkenlos empfehlen können.

Morgen verlegen wir uns an die Ostküste für 2 Nächte – also sozusagen ein Transfertag – außer einer Besichtigung auf dem Weg ist auch wenig geplant.

Wir melden uns dann morgen Abend aus unserem neuen Domizil!

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