Hitzeschlacht mit 11 X Rum

Hitzeschlacht mit 11 X Rum

Für heute hatten wir uns ein bisschen mehr auf die Agenda geschrieben als die letzten beiden Tage. Wandern, Essen, Rumdestillerie und natürlich Baden mit Sonnenuntergang! Aber beginnen wir am frühen Morgen – und wenn ich früh sage, meine ich leider doch nicht früh genug 😉

Wanderung (Le Morne Brabant)

Der Tag startete deutlich vor 6 Uhr, damit wir noch rechtzeitig vor Hitze und Touristenandrang am Berg ankommen. Bis heute morgen hatten wir immer Sorgen, dass die Wanderung nicht klappen könnte, weil es regnen könnte und der Weg dann hinauf auf diesen Monolithen zu gefährlich wird – unglaublich wie man manchmal so komplett daneben liegen kann! Denn es war nicht der Regen, der uns zur Vernunft brachte, um die Wanderung an geeigneter Stelle abzubrechen – Nein, es war die wahrlich unfassbare Hitze, die bereits um 7 Uhr 28 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit im Gepäck hatte.

Aber nochmal ganz an den Anfang – warum will man denn überhaupt auf diesen Berg und warum ist er denn so gefährlich? Der Le Morne Brabant ist einer der schönsten Aussichtsgipfel auf Mauritius und steht als Monolith in der südwestlichen Ecke. Von hier oben hat man einen unschlagbaren Blick über die Insel, das vorgelagerte Riff und die optische Illusion eines Unterwasser-Wasserfalls.

Gefährlich macht das ganze, dass der obere Teil der Wanderung vollkommen ausgesetzt und alpin ist. Sprich, es gibt einige Stellen, die geklettert werden müssen. Da die meisten Touristen hier mit Turnschuhen hochkraxeln ist das für alle Beteiligten ein gewisses Risiko. Das geht so weit, dass man am Eingang eine eidesstattliche Erklärung unterschreiben muss, dass man auf eigenes Risiko unterwegs ist und außerdem, wenn was passiert auch selber Schuld ist. Trotz dieser Warnung ist erst vor kurzem hier ein deutscher Tourist ums Leben gekommen.

Offiziell macht das Tor zum Aufstieg um 7 auf – und wir waren auch ne halbe Stunde später vor Ort. Obwohl wir unser treues Gefährt nicht ganz zum Parkplatz steuern konnten – das dritte Wasserloch auf dem Weg war einfach zu tief – also mussten wir noch einen guten halben Kilometer bis zum Einstieg laufen.

Das spannende an dem Weg ist, dass es bis zu den beiden ersten Viewpoints eine relativ einfache, steile Wanderung ist, die aber schon reichlich schweißtreibend war. Vom zweiten Viewpoint geht es dann mehr oder minder senkrecht durch die Wand hinauf bis zum Gipfel. Von dort konnten wir sehr gut die Karawane am Berg beobachten, die sich an der Steilwand hinauf und hinunter bewegte. Das überzeugte uns davon, in Ruhe unsere Aussicht hier zu genießen und die Steilheit des Geländes heute Anderen zu überlassen.

Am Rastplatz hatte auch noch eine Katze ihr Revier und forderte fauchend Wegezoll ein. Aber in diesem Fall war es mehr Schein als Sein, weil sie doch insgesamt eine sehr nette Weggefährtin war. So, der Worte sind zu viel geschrieben nun sollen Bilder folgen.

Lokale Küche ein Gesamtkunstwerk

Nach dieser Hitzeschlacht brauchten wir erst einmal einen eiskalten Kaffee, um langsam die Temperatur wieder in den normalen Bereich zu drücken. Zum Mittagessen, damit die verbrauchten Kalorien wieder aufgefüllt werden können, hatten wir uns ein einheimisches Lokal ausgesucht, das durch die Präsenz des Patrons, der großartigen Schlichtheit der Gerichte und den einmaligen Geschmack überzeugte. Hier gibt es, wie der Patron uns versicherte, nur Gerichte, die von den 4 Kindern vorgetestet wurden und so nirgendwo auf der Insel zu finden sind – Herzensküche vom Feinsten.

Da wir natürlich nach der verkürzten Wanderung viel zu früh da waren, durften wir noch ein paar Minuten am lokalen Strand die Füße ins Wasser halten – leider gab es da wenig Abkühlung, weil diese flache Sandbucht mehr oder minder Badewannentemperatur hatte. Aber wieder einmal war es ein unheimlich schönes Erlebnis, hier die lokale Community entspannt beim Muscheln sammeln zu beobachten, oder wie die Kinder auf einem Surfbrett durchs Wasser rutschten – Surfen ging ja nicht (weder Wellen noch Wind).

Rhumerie de Chamarel

Wie schon gestern angedeutet, wollten wir uns einem der schönsten Erzeugnisse aus Zuckerrohr widmen – dem Rum. Die Rhumerie de Chamarel hat, obwohl sie erst seit knapp 20 Jahren auf dem Markt ist, ein perefektes Marketingkonzept auf die Beine gestellt und sammelt fast alle Touristen, die auf der Insel sind irgendwann mal zu einer Führung mit Rumtasting ein. Trotzdem waren wir überrascht, wie voll der ganze Laden war und wie nach und nach eine Busladung nach der anderen in die Rumverkostung gekippt wurde.

Sein wir mal ehrlich – die Führung ist eher kurz und das Besäufnis danach eher lang 😉 Ungelogen sind im Eintrittspreis 11 verschiedene Rumsorten zu verkosten. Als Autofahrer habe ich an den meisten nur genippt, aber die Truppe um mich herum wurde immer feuchtfröhlicher. Die eine oder andere Sorte war auch wirklich sehr gut und wir haben uns für Weihnachten auch eine Flasche mitgenommen. Wie es einem mit 11 +2 Rum intus so geht müsst ihr Sonja fragen – die hatte das wissenschaftliche Experiment erfolgreich abgeschlossen. So gut, dass sie von unserem Guide noch einen Bonus Rum aus einer Special Edition geschenkt bekam 😉

Feierabend: Baden / mal wieder Sonnenuntergang und indisch Essen

Nach so vielen tollen Erlebnissen haben wir uns zu Hause erst einmal ins Meer geworfen, um die Temperatur auf normal runterzukühlen. Danach kurz duschen und zurück an den Strand und mit den Einheimischen und Touristen Sonnenuntergang gucken. Irgendwie ist das so wie jeden Tag Tagesschau anschauen. Um 18Uhr versammelt man sich am Strand und schaut zu, wie sich das Zentralgestirn in den schönsten Schattierungen zur Ruhe begibt. Es ist wirklich sehr schwer zu beschreiben, was das jeden Abend für eine schöne, entspannte gemeinsame Unternehmung ist. Vor allem ist an diesem riesigen Public Beach – wir reden hier von mehreren Kilometern – für jeden Platz, egal welche Kultur und Hauttyp er zu Wasser trägt. Von Bikini bis Ganzkörperanzug lebt alles friedlich nebeneinander und die Kinder planschen auch hier lustig in den Wellen.

Jetzt ist aber wirklich Schluss für heute – ach da war ja noch Abendessen in einem großartigen indischen (muslimischen) Restaurant. Hier war spannenderweise der Anteil der deutschen Touristen bisher am größten 😉 Wichtig war natürlich der Geschmack des Essens, und der war vorzüglich.

Vielen Dank an alle, die mir bis hierher gefolgt sind – es war einfach ein unheimlich ereignisreicher Tag – und wie es aussieht wird es morgen nicht weniger 😉

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