Für alle, die gespannt auf eine Antwort warten, ob wir doch noch Badevergnügen gefunden haben, kann ich nur sagen – ja, wir haben den richtigen Strand für uns gefunden – aber ich will mal nicht vorgreifen, denn heute Stand für uns das letzte große touristische Highlight der Insel an – der botanische Garten. Vorher gab es erst einmal Frühstück im Hotel – sehr schön gemacht und auch sehr reichhaltig. Währenddessen bekamen auch die lokalen Vögel ihr Frühstück und ließen sich dabei herrlich beobachten. So machten wir uns recht spät für unsere Verhältnisse auf den Weg nach Pamplemousses, wo der botanische Garten liegt.
Sir Seewoosagur Ramgoolam Botanical Garden
Zu erst einmal: ja, der Ort heißt wie die Frucht. Die Franzosen haben die Gegend so benannt, weil hier so viele Grapefruitbäume rumstanden – die sind nicht etwa heimisch auf Mauritius – nein, vielmehr haben die Holländer die aus Java mitgebracht und hier angebaut – Pampelmuse ist auch ein holländische Wortschöpfung aus dick und zitronig. Ich hör jetzt aber lieber auf, sonst muss ich hier auch noch den Unterschied zwischen Pampelmuse und Grapefruit erklären – und das würde doch definitiv zu weit führen 😉
Also zurück zum botanischen Garten: dieser wurde schon Mitte des 18. Jh angelegt und zählt somit zu den ältesten auf der Südhalbkugel. Der Garten hatte eine große Bedeutung für die Akklimatisierung von Nutzpflanzen. Damit wurde getestet, ob Pflanzen wie Zuckerrohr, Mango, Zimt, Nelken hier überlebensfähig sind und hier Kapital daraus geschlagen werden kann.
Heute ist der Garten ein wichtiger Besuchermagnet, weil es hier neben vielen Pflanzen auch ein bisschen Ruhe vom hektischen Inselleben gibt. An der Kasse wurde uns für einen Aufschlag von 2 Euro eine Führung angeboten, die wir dankend annahmen und so kamen wir in den Genuss einer total begeisterten älteren Dame, die uns im liebevollen Kasernenton kreuz und quer durch den Garten scheuchte, um uns in der kurzen Zeit so viele interessante Bäume wie möglich zu zeigen. Dabei wechselte sie ständig zwischen Französisch, Englisch und sogar noch Deutsch. Großartig, wie sie uns ihre Lieblingspflanzen erklärte. Besonders eindrucksvoll natürlich die vielen Palmen, von Alligator- bis Talipot-Palme. Zwischendurch noch schnell Lotus und Seerosen erklärt und husch hinüber zum Leberwurstbaum. Trotz allem hatte sie noch genug Zeit, ihre Lieblingskatzen mit Cheese Balls zu füttern.
Uns hatte die Führung sehr gut gefallen und auch andere waren sehr positiv – leider fiel mal wieder eine russische Gruppe negativ auf, weil sie sich am Ende lautstark beschwerten, dass zuviel französisch und zuwenig englisch erklärt wurde und die 2 Euro nicht zahlen wollten. Also, wenn man die Ohren nicht aufkriegt kann man nicht helfen! Danach sind wir noch selber ein bisschen durch den Garten gestreift und haben ganz ohne Hektik die etwas weiter entfernten Ecken angeschaut.
Zucker? Lieber Kaffee!
Ursprünglich hatten wir geplant, nach dem botanischen Garten eine große Zuckerfabrik zu besichtigen, die auch überall empfohlen wird. Aber 22 Euro für die Führung mit Verkostung fanden wir dann doch etwas viel und statt dessen haben wir uns nur den Verkaufsraum angeschaut – und auch hier waren die Preise eher gesalzen als zuckersüß 😉
Na gut, dann lieber ein gemütliches Kaffee suchen. Aber erst einmal ein Brotmesser kaufen gehen, da wir zwar tolle Ananas gekauft haben aber dieses Mal haben wir ein Zimmer und kein Appartement – so dass wir keine Küchenmesser haben. Aber knappe 3 Euro später waren wir stolze Besitzer eines Brotmessers 😉
Zurück zum Kaffee – wir fanden ein wirklich schönes und völlig gechiltes Café auf dem Parkplatz der lokalen Gerichtsbarkeit. Hier ruhten wir uns von den Strapazen des heißen Vormittags aus, tranken eisgekühlten Kaffee, probierten ein paar Nudeln und machten uns anschließend auf die Suche nach einem passenden Strand für uns!
Mon Choisy Public Beach
Diesen fanden wir keine 3Km von unserer Unterkunft in Mon Choisy. 3km langer Sandstrand mit jeder Menge Bäume, die Schatten spenden. Dort fanden wir denselben Vibe wie in Flic en Flac. Gefühlt die halbe Insel hatte sich hier eingefunden zum Zelten, Grillen, Spielen und Baden. Überall Essenstände, fröhliche Menschen und einfach schönes, gechilltes und gleichzeitig pulsierendes Leben. Es ist schwer in Worte zu fassen, was das hier besonders macht. Für mich irgendwie die Normalität des Strandlebens. Nicht irgendwelche abgehobenen Ressorts, die Menschen in Klassen einteilen, sondern vielmehr Einheimische, Touristen aller Farben und Alter friedlich miteinander im Wasser stehend und einfach das Leben genießend. Hier lässt es sich aushalten 😉
Zum Abendessen haben wir bei uns um die Ecke an einem Imbiss Bratreis und Curry geholt. Auch hier wieder alle friedlich vereint und völlig entschleunigt. Selbst als das Essen schon fertig ist, wird noch einmal das Besteck einzeln in Servietten gewickelt und ein Schwätzchen gehalten. Völlige Entschleunigung – nach dem Motto: ihr habt doch Urlaub, warum solltet ihr es eilig haben? 😉
So, morgen haben wir uns noch ein bisschen Sport eingeplant – eine kleine Kayaktour zu einer vorgelagerten Insel – wir sind gespannt!





































Hallo Gartenbesucher, schon das Frühstück sieht sehr appetitlich aus, also eine gute Grundlage für einen schönen Tag. Da ich Vögel liebe, freue ich mich, dass die Vögel gefüttert werden und ihr sie beim Fressen beobachten konntet.
Der Botanische Garten selbst hat außer wunderschönen Blüten und Pflanzen auch eine Palmenallee zu bieten, die einen großartigen Eindruck macht. Außerdem habt ihr eine fast liegende und eine total stachelige Palme bewundern können. Ich nehme an, ihr habt noch viele interessante Dinge gesehen.
Am Strand habt ihr euch auch wohl gefühlt, es waren zwar Badegäste da, aber es gab noch genug freie Flächen. Ich glaube, es war sicher ein erholsamer Tag für euch.
So soll es auch sein! Herzliche Grüße von W&S