Zweiter Tag auf Jersey und endlich Königswetter – leider englischer König – sprich Variation schottischer Frühling. Soll heißen viel Wind und sehr hohe Luftfeuchtigkeit, die auch manchmal Regen sein könnte – der einzige Unterschied zum hohen Norden: hier ist es immer noch dampfig warm. Also ob man Regenjacke anzieht oder nicht macht fast kein Unterschied – durchgefeuchtet wird man trotzdem 😉
Wanderung zum Devils Hole
Das hat uns aber nicht davon abgehalten, unsere erste kleine Wanderung von Sorel Point zum Devil’s Hole entlang der Küste zu machen. Insgesamt knappe 6km und ein paar Höhenmeter. Trotz Wind und Regenwolken waren die ersten Eindrücke von der Küste atemberaubend. Hohe Klippen, Farnhaine und Schafherden – sogar die ganz spezielle Sorte mit 4 Hörnern auf dem Kopf.
Devil’s Hole ist eine schöne Felsformation, durch die das Meer ein Stück ins Landesinnere strömt. Der Name ist ein bisschen ein Marketingtrick aus dem 19.Jh,, um unbedarfte Touristen an die sonst wenig interessante 😉 Küste zu locken. Bei uns hat das auch noch im 21.Jh geklappt – aber außer uns hat sich niemand bei dem Wetter rausgetraut. Bis auf ein paar einheimische ältere Herren, die hier den Pfad entlang joggten. Insgesamt sind sportliche Aktivitäten an einem Sonntag sehr angesagt, als Rentner sollte man hier rennen, radeln oder schwimmen oder gleich für den nächsten Triathlon trainieren – sehr sportliches Völkchen hier.
Mont Orgueil Castle
Da uns so eine kleine Wanderung ja nicht den ganzen Tag beschäftigt, haben wir den frühen Nachmittag genutzt, um diese berühmte Burg zu besichtigen. Hier türmen sich mehr als 800 Jahre Geschichte auf den Berg über dem Fischerdorf Gorey. Der Eintritt ist mit 20 Pfund pro Nase nicht gerade günstig, aber man bekommt dafür auch so einiges geboten. Die ganze Burg ist ein 3D-Labyrinth, das sich über den ganzen Hang hinaufzieht. Kleine und große Räume, Treppen, Rampen, Aussichten: alles kunterbunt gemischt. Das ganze ohne störende Touristenroute, vielmehr Entdeckungen hinter jeder Ecke.
In einem Raum eine riesige Hologramm Installation von Elisabeth II, darunter komische Fabelwesen – daneben ein Raum, wo einem das mittelalterliche Urinrad erklärt wird. Ganz versteckt eine halbe Etage tiefer Miniaturschnitzereien („Prayer Nuts“) für den Pilger von damals. Um die nächste Ecke eine Sammlung von Tonpfeifen, die hier über die Jahre weggeworfen worden. Und wem das alles nicht genug ist auch noch ein Raum über Sir Walter Raleigh, der fast einem Fiebertraum wirkt.
Wem das alles etwas atemlos wirkt – genauso ging es uns auch.
Driftwood Beach Café
Zur Erholung suchten wir ein schönes Café direkt am Strand – die Anfahrt wie immer abenteuerlich 500m einspurig den Berg hinunter ohne Ausweichmöglichkeit – natürlich mit Gegenverkehr. Aber wenn man das geschafft hat, findet man einen schönen Strand mit einladendem Restaurant, das neben einem sehr guten BLT auch Kuchen und Meerblick im Angebot hat
Wie gesagt: die Einheimischen nutzen die wenigen Sonnenminuten heute Nachmittag, um sich in die Wellen zu werfen und die lokalen Riffe zu umschwimmen. Einen Bunker gibt es auch noch – also alles, was man zu einem entspannten Nachmittag braucht.
Neolithischer Dolmen
Ihr habt doch nicht geglaubt, dass das alles für den heutigen Tag ist, oder?
Zum Abschluss des Besichtigungsprogramms haben wir noch eine neolithische Grabstätte besichtigt. Wirklich faszinierend, wie die Menschen damals tonnenschwere Steine kilometerweit hierhergeschafft haben und hier so eine Grabkammer geschaffen haben. Damals war das ganze unter einem Erdhügel begraben – aber heute sind nur die Steine vorhanden. Ein kurzer Abstecher hierher lohnt sich auf jeden Fall!
So, für heute Abend gibt es zur Abwechslung exotische Kost – bevor wir uns auf den morgigen Tag vorbereiten, der wieder eine Wanderung, eine Burg und Giant Puffins beinhaltet.




























Hallo, ihr Reisenden,
phantastisch, was ihr alles in einem Tagesprogramm unternommen und erlebt habt! Für mich (und wahrscheinlich viele andere ebenfalls) würde das schon den ganzen Kurzurlaub füllen.
Ich freue mich auf den nächsten Bericht!
Liebe Grüße aus München