Nach Norden – der Sonne entgegen

Nach Norden – der Sonne entgegen

Von Hervey Bay nach Yeppoon

Heute stand eine der beiden langen Etappen auf den Weg zu den Whitsunday Islands an. Die ersten 500km hatten wir heute in 2 ungefähr gleichlange Etappen von je 3,5h gepackt mit einem Stopp in Agnes Water. Kurz vor Abfahrt durften wir noch die Fütterung der Rainbow Loris und Kakadus im Garten unserer Unterkunft bewundern – ein lautes und auch sehr farbenfrohes Spektakel.

Paperbark Forest Boardwalk

Trotz der tropischen Hitze hatten wir uns in Agnes Water eine kleine Wanderung ausgesucht, die so schön beschrieben war, dass wir sie unbedingt machen wollten. Keine Sorge die Länge der ganzen Unternehmung des Paperbark Forest Boardwalk waren schattige 400m – also auch bei 36 Grad im Schatten gerade noch machbar. Trotz der Kürze war es ein wunderbares Erlebnis, durch diesen Wald von Myrthenheiden zu wandern. Ja so heißt dieser Baum auf deutsch. Aber der englische Ausdruck Paper – Papier und bark – Rinde passt schon deutlich besser, weil sich die Rinde dieser bis zu 25m hohen Bäume wie Paper abschält. Dieser Baum ist äußerst wichtig für die Grundversorgung vieler Vögel – vor allem Honey Eater ernähren sich von den Blüten dieser Bäume.

Surf Paradies und Van Life

Agnes Waters und 1770 (ja, die Stadt heißt wirklich so) sind vor allem für ihre Surfszene und alternative Aussteigerszene bekannt. Bis heute spürt man in der Stadt einen noch entspannteren Lebensstil als sowieso schon in Australien.

Yeppoon Lagoon

So, warum haben wir uns gerade Yeppoon als Etappenziel auf dem Weg in den hohen Norden ausgesucht? Einerseits weil es wirklich ziemlich genau in der Mitte zwischen Hervey Bay und Airlie Beach liegt und andererseits, weil es hier seit kurzem ein wunderschönes Schwimmbad, sprich Lagoon gibt. Auch diese Lagune ist mit einem deutschen Schwimmbad so vergleichbar wie offene freundliche Architektur mit Schrankwand Eiche Rustikal.
Was soll das denn heißen? Sagen wir so: in Deutschland ist ein Schwimmbad eine ernste Angelegenheit – Eintritt, Zaun, Regeln und um 18Uhr ist Schluss mit lustig. Hier ist es eine offene Lagune, die für jeden frei zugänglich ist und von einem Lifeguard von 06Uhr in der früh bis 21Uhr unter Flutlicht am Abend betreut wird. Es ist herrlich, nach Sonnenuntergang um 7Uhr ohne Sonnenschutz unter Flutlicht in das warme Nass zu tauchen. Alles kostenlos und perfekt gepflegt. Also ich könnte mich an ein kostenloses Freibad im Sommer durchaus gewöhnen.

Autofahren

Die Fahrt heute war zum Glück nicht so anstrengend. Obwohl wir Temperaturen bis knapp 40 Grad hatten war unser Skoda immer wohltemperiert nur manchmal brannte einem die Sonne schon die Hände am Lenkrad fest – aber das ging auch vorbei. Die meisten Strecken sind gut ausgebaut und die größte Gefahr ist eher Übermüdung der Fahrer, vor allem von den großen LKW. Überall stehen Schilder mit Warnungen und sogar ein kleines Quiz wird angeboten, um die Monotonie des Bruce Highways zu unterbrechen. Zum Glück finden wir die Landschaft immer noch so faszinierend, dass es uns nicht langweilig wird.

Morgen geht es dann weiter der Sonne entgegen, wir haben heute den Wendekreis des Steinbock überquert und sind nun offiziell in den Tropen. Mal sehen, ob es mit der Hitze so weiter geht oder ob es doch eine Abkühlung gibt.

One thought on “Nach Norden – der Sonne entgegen

  1. Dieser Wald könnte mich auch begeistern. Er ist märchenhaft und verspricht selbst auf den Bildern : schattige Kühle.
    Ich könnte mir vorstellen, dass die Hitze bei der Fahrt nur mit Klimaanlage zu bewältigen ist. Ein normaler Mitteleuropäer kann sich nicht so schnell an solche Temperaturen gewöhnen, obwohl vergangenen Sommer hatte man auch hier Gelegenheit zum Üben.
    So ein super Schwimmbad können sich unsere Kommunen hier nicht leisten. Hier gibt es nicht mal genug Bademeister um die vorhandenen Bäder zu öffnen. Außerdem es muss alles gewartet und gepflegt werden. Wer macht das und was kostet das? In Neckarsulm wurde das Aquatoll geschlossen und soll abgerissen werden.
    Genießt all das Wunderbare, das ihr vorfindet und berichtet darüber, dass euch alle beneiden und bei euch sein möchten.
    Viele herzliche Grüße W. & S.

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